Aussprache und Töne

Wir als Europäer sind es gewohnt, dass in unseren Sprachen Vokale, Konsonanten, die Lautlänge und der Akzent die Bedeutung der Worte bestimmt.

Was nun – Töne? Wir kennen bieten und bitten, wir unterscheiden den singenden Tenór und den Ténor. In vielen ostasiatischen Sprachen werden Bedeutungsunterschiede mit der Tonhöhe und/oder mit der Tonbewegung gemacht. Es ist also enorm wichtig, diese Töne im Mandarin zu unterscheiden. Ansonsten wäre das so, als ob man Goethes Osterspaziergang ohne Konsonanten vorlesen würde: o eie eei i o u äe u e üi oe eeee i ae üe ouü e ae ie i eie äe o i i aue ee uü

In der Lautschrift Pinyin werden die vier Töne mit Akzenten gekennzeichnet. In Schriftsstemen, die keine Akzente bauen können (Amerikaner und andere Siebenbittler), wird einfach die entsprechende Ziffer nachgestellt.

Pinyin Surregat Ton Bemerkung
ā a1 1. Ton gleichbleibende Höhe
á a2 2. Ton steigender Ton
ă a3 3. Ton fallend-steigender Ton
à a4 4. Ton fallender Ton, Standardaussprache im Deutschen
a a5 5. Ton kurze, unbetonte Silbe

Vielleicht ist es tröstlich: im Vietnamesischen gibt es noch mehr Töne!

Die Silbenstruktur ist viel einfacher als in unseren Schulsprachen. Es gibt fast nur offene Silben, das heisst solche, die auf einem Vokal enden. Die geschlossenen enden immer auf n oder ng.

Mit freundlicher Genehmigung von: Rainer Horen